Wissenswertes...

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  • Roemische Grenzbefestigungen
    Limes und Hadrianswall
  • Roemische Hafenanlage
    Ein Beispiel fuer Roemische Hafen zivil und militaerisch
  • Roemisches Forum
    Ein Forum das in jeder Stadt/Provinz zu finden war

Arbeia South Shields / Segedunum, Wallsend

Der als eine der groeßten bautechnischen Meisterleistungen des roemischen Britannien angesehene Hadrianswall ist eine Welterbestaette, die urspruenglich zum Schutz der nordwestlichen Landesgrenze erbaut wurde.

Der sich auf einer Laenge von rund 122 Kilometern entlang der Grenze zu Schottland erstreckende Steinwall wurde in mehr als 200 Jahren von tausenden Arbeitern erbaut und ist beeindruckenderweise auch zweitausend Jahre spaeter noch in weiten Teilen erhalten.
Der oestliche Teil des Walls schlaengelt sich entlang der Kueste der Grafschaft Tyne and Wear.

Arbeia South Shields Fort Museum, South Shields

Der Norden des Roemischen Reiches wurde staendig durch Staemme der Germanen bedroht. Im Jahre 9 n. Chr. legten sich germanische Truppen unter Fuehrung des Cheruskerfuersten Arminius (deutsch: Hermann) in einem schwer zugaenglichen Gebiet zwischen Mooren und Waeldern in einen Hinterhalt und vernichteten drei roemische Legionen vollstaendig. Daraufhin nahmen die Roemer Abstand von der Eroberung Germaniens und begannen stattdesssen, ihre Reichsgrenzen gegen die Einfaelle germanischer Staemme zu sichern. Ab dem 1. Jh. n. Chr. wurden sogenannte Limes errichtet. Die bekanntesten Limesanlagen sind in Sueddeutschland der obergermanisch-raetische Limes und im noerdlichen England an der Nordgrenze des Roemerreiches der Hadrianswall. Arbeia war ein Hilfstruppenkastell und Nachschubbasis fuer die Garnisonen des Hadrianswalls . Es befindet sich auf dem Gemeindegebiet des heutigen South Shields, District South Tyneside, County Tyne and Wear, England.

Urspruenglich als Reiterkastell errichtet, stand es rund 300 Jahre lang in Verwendung, sicherte und kontrollierte einen der wichtigsten Haefen im roemischen Britannien und spielte spaeter bei der Versorgung der Grenztruppen im Norden der Insel eine wichtige Rolle. Einige Gebaeude des Kastells wurden im spaeten 20. und fruehen 21. Jahrhundert restauriert bzw. wiederaufgebaut. Hierzu zaehlen das Westtor, das spaetantike Kommandantenhaus und eine Mannschaftsbaracke, die auf den Originalfundamenten neu errichtet wurden.

Zu seiner Bluetezeit war das Kastell Schauplatz zahlreicher Dramen rund um Morde, Rache, Krieg und Liebe. Heute bietet sich Besuchern hier die Moeglichkeit, bei beliebten Veranstaltungen, die einige dieser faszinierenden Geschichten wieder aufleben lassen, in die Welt der Roemer einzutauchen.

Der Name des Militaerlagers koennte auf eine in der Spaetantike hier stationierten Einheit aus dem Osten des Reiches zurueckgehen (siehe auch Abschnitt Garnison). Er findet sich erstmals in der Notitia Dignitatum, wo Arbeia zwischen den Eintraegen von Verbeia (heutiges Ilkley, West Yorkshire) und einer unbekannten Station mit Namen Dictium aufgelistet ist. Dieser Theorie zufolge koennte Arbeia die latinisierte Form der urspruenglich aus dem Aramaeischen stammenden Ortsbezeichnung sein: „Der Platz bzw. das Kastell der Araber“. Eine andere Erklaerung fuer den Ursprung der antiken Namensgebung waere das Wort rapa, lateinisch fuer Ruebe. Dies war nicht ungewoehnlich fuer roemische Siedlungsplaetze und wird heute in der Fachwelt als plausibler angesehen als erstere Theorie.

Das Kastell wurde in der Vergangenheit auch mit den Horrea Classis der Kosmographie von Ravenna gleichgesetzt; sie enthaelt eine Liste jener Kastelle, die fuer die Feldzuege des Septimius Severus, die er im fruehen 3. Jahrhundert in Nordbritannien durchfuehrte, als Wach- und Versorgungsstuetzpunkte angelegt wurden. Der Name bedeutet „Die Lagerhaeuser der Flotte“, womit zunaechst nur Arbeia in Frage kommen konnte. Mit der Flotte kann nur die Classis Britannica gemeint gewesen sein, die mit ziemlicher Sicherheit hier eine Basis unterhalten hat. Diese Ansicht gilt heute als ueberholt, fuer die Horrea Classis wird nun das Kastell im schottischen Carpow, an der Muendung des Tay gelegen, favorisiert.

Ein Chronist des 16. Jahrhunderts, John Leland, identifizierte Arbeia spaeter als das angelsaechsische Caer Urfa, wohl eine Abwandlung des frueheren roemischen Namens. Caer bezeichnet im Walisischen fuer einen befestigten Platz, dieser Name kam bei fruehmittelalterlichen Siedlungen in Britannien oft vor. Die Fruehform des heutigen Ortsnamens, Scheles, taucht erstmals um ca. 1235 auf. Sie bezeichnet behelfsmaeßige Baracken oder einfache Wohnhuetten, wie sie z. B. von Fischern verwendet wurden. Die meisten dieser Behausungen konnte man am gegenueberliegenden Ufer des Tyne (Tinea), in North Shields, nachweisen.

Hadrianswall Segedunum, Wallsend

Pons Aelius war ein roemisches Brueckenkopfkastell mit angeschlossener Zivilsiedlung auf dem Stadtgebiet von Newcastle upon Tyne, Tyne and Wear, England.

Es gehoerte zu der aus insgesamt 16 Kastellen bestehenden Festungskette des Hadrianswalls (per lineam valli), sicherte dessen oestlichen Abschnitt und eine Bruecke ueber den Fluss Tyne. Das Lager wurde etwa 300 Jahre, vermutlich von 122 bis 400 n. Chr. vom roemischen Militaer genutzt. Vom Kastell und der Bruecke ist heute nichts mehr erhalten.

Der antike Name des Militaerstandortes wurde nur in der Notitia dignitatum, einem Verzeichnis der spaetroemischen Verwaltung aus dem 4. Jahrhundert, ueberliefert. Er bedeutet „Bruecke des Aelius“ und leitet sich vom lateinischen pons (= Bruecke) und dem Gentilnamen Aelii (nomen gentile) des Kaiser Hadrian ab. Er wurde mit ziemlicher Sicherheit auch fuer das Kastell und das Lagerdorf verwendet. Der Fluss wurde von den Roemern als Tinea bezeichnet.

Pons Aelius war das zweite Glied in der Festungskette des Hadrianswalls (vallum aelium). Das Kastell stand westlich von Segedunum (Wallsend) und Arbeia (South Shields), noerdlich von Concangis (Chester-le-Street), und oestlich von Condercum (Benwell) und Coriosopitum (Corbridge). Es befand sich auf einem Huegel ueber dem noerdlichen Flussufer, heute ueberdeckt von Gebaeuden des Stadtzentrums, der normannischen Burg von Newcastle (Wohnturm Castle Keep) und den Resten einer angelsaechsischen Kirche, die zum Teil aus Steinen des Walls erbaut gewesen sein soll. Von dort aus hatte man einen ausgezeichneten Blick ueber das Flusstal des Tyne. Die Bruecke und das Kastell standen am noerdlichen Ende der heutigen Cade’s Road, die wiederum ueber einer ehemaligen Roemerstraße liegt. Man nimmt an, dass sie von Brough-on-Humber, ueber Eboracum (York) nach Concangis fuehrte. Es gab in der Naehe oder direkt beim Kastell auch eine Reihe von kleinen Baechen (Pandon Burn, Ouse Bourne, Skinner Burn, Lort Burn), die dem Tyne zuflossen. Einer wurde direkt durch einen Dueker unter der Mauer durchgeleitet. Im spaeten 2. Jahrhundert gehoerte die Region zur Provinz Britannia inferior, ab dem 4. Jahrhundert zur Provinz Britannia secunda.