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  • Roemische Grenzbefestigungen
    Limes und Hadrianswall
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    Ein Forum das in jeder Stadt/Provinz zu finden war

Roemische Grenzbefestigungen – Limes und Hadrianswall

Der Norden des Roemischen Reiches wurde staendig durch Staemme der Germanen bedroht. Im Jahre 9 n. Chr. legten sich germanische Truppen unter Fuehrung des Cheruskerfuersten Arminius (deutsch: Hermann) in einem schwer zugaenglichen Gebiet zwischen Mooren und Waeldern in einen Hinterhalt und vernichteten drei roemische Legionen vollstaendig. Daraufhin nahmen die Roemer Abstand von der Eroberung Germaniens und begannen stattdesssen, ihre Reichsgrenzen gegen die Einfaelle germanischer Staemme zu sichern. Ab dem 1. Jh. n. Chr. wurden sogenannte Limes errichtet. Die bekanntesten Limesanlagen sind in Sueddeutschland der obergermanisch-raetische Limes und im noerdlichen England an der Nordgrenze des Roemerreiches der Hadrianswall. Rom muss seine Grenzen sichern!

Im Norden wurde das Roemische Reich staendig durch Staemme der Germanen bedroht. Nicht zuletzt auch deshalb wollte der roemische Kaiser Augustus nach der Zeitenwende weite Teile Germaniens von roemischen Legionen erobern lassen. Nach anfaenglichen Erfolgen fand aber die scheinbar unbesiegbare roemische Heeresmacht ihre „Meister“: Im Jahre 9 n. Chr. legten sich germanische Truppen unter Fuehrung des Cheruskerfuersten Arminius (deutsch: Hermann) in einem schwer zugaenglichen Gebiet zwischen Mooren und Waeldern in einen Hinterhalt und vernichteten drei roemische Legionen vollstaendig. Die Niederlage in der auch als Varusschlacht bezeichneten Auseinandersetzung war wohl der Anlass, der Augustus und seine Nachfolger letztlich von dem Plan abbrachte, Germanien weiter zu erobern. Dafuer begannen die Roemer mit der Sicherung ihrer Reichsgrenzen gegen die Einfaelle germanischer Staemme. Ab dem 1. Jh. n. Chr. wurden sogenannte Limes errichtet. Die Limes

Als Limes wurde bei den Roemern urspruenglich der Grenzweg zwischen zwei Grundstuecken bezeichnet. In der roemischen Kaiserreich war er dann die Bezeichnung fuer die durch Wehrbauten gesicherte Reichsgrenze. Solche Grenzanlagen waren meist tief gestaffelte Systeme mit Wachtuermen, Kastellen und Truppenlagern an der Grenze und im Hinterland sowie mit gut ausgebauten Straßen zum Transport der Truppen. Es gab sie in unterschiedlichen Formen an allen Grenzen des Roemischen Reichs. Die bekanntesten Limesanlagen sind aber:

in Sueddeutschland der obergermanisch-raetische Limes
im noerdlichen England an der Nordgrenze des Roemerreiches der Hadrianswall.

Der obergermanisch-raetische Limes

Diese Befestigungsanlage war die bedeutendste ihrer Art im heutigen Deutschland und sicherte einen besonders gefaehrdeten Abschnitt der Grenzen des Roemischen Reiches. Sie erhielt ihre Bezeichnung nach den roemische Provinzen Germania oestlich des Rheins und Raetia noerdlich der Donau, die sie zu Germanien hin beschuetzen sollte.

Die Anlage

Die Limesanlage erreichte in ihrem endgueltigen Verlauf eine Laenge von rund 550 km. Sie war mit etwa 900 Wachtuermen und mehr als 60 Kastellen (lat.: kleine Festungen) versehen: Die aeltesten Teile der Grenzbefestigung zwischen Rhein und Lorch am Obergermanischer Limes bestanden aus einem Palisadenzaun aus meterhohen angespitzten Baumpfaehlen. Vor den Palisaden befanden sich zur Erleichterung der Verteidigung noch ein Erdwall und ein Graben. Von Lorch nach Osten bis zum heutigen Kehlheim (Kastell Abusina) an der Donau verlief der Raetische Limes. Dieser Teil des Limes wurde Anfang des 3. Jh. n. Chr. stark von den Alamannen, einem germanischen Stamm, bedroht. Deshalb ersetzten die Roemer die Palisaden durch eine Steinmauer, die mehr als 1 Meter stark und 2,5 bis 3 Meter hoch war. Der Volksmund bezeichnete spaeter ihre heute noch erkennbaren Reste als Teufelsmauer. Die Kastelle

In den steinernen Kastellen waren zum Schutz des Limes zeitweise mehr als die Haelfte der 30 Legionen stationiert, die Rom zur Verteidigung seiner Grenzen zur Verfuegung standen. Die befestigten Lager mit jeweils etwa 600 Mann Besatzung bildeten damit das Rueckgrat des Limes. Die typische Form der Kastelle war ein Rechteck oder Quadrat mit abgerundeten Ecken, umgeben von Waellen mit hoelzernen Palisaden, einem Graben oder auch von regelrechten Wehrmauern. Die Kastelle wurden nach einem genau festgelegten Bauplan errichtet, verdeutlicht. Im Inneren befanden sich u. a.:

Straßen, auf denen exerziert wurde und ein Versammlungsplatz,
Kasernen fuer die Truppen und Offiziersquartiere,
Verwaltungs- und weitere oeffentliche Gebaeude, wie Schule, Lazarett und Schreibstube, sowie der Palast des Befehlshabers,
Speicher fuer Lebensmittel und Arsenale fuer Waffen uns Ausruestungen.

Bemerkenswert ist auch die Lage der Kastelle: Sie lagen naemlich haeufig nicht unmittelbar am Grenzwall, sondern meist einige Kilometer entfernt im Hinterland des Limes. Das Kastell Pfuenz befand sich beispielsweise mehr als 10 Kilometer suedlich des Limes noch hinter dem Fluss Altmuehl. So war die Gefahr geringer, von ploetzlich angreifenden Germanen ueberrascht und ueberrannt zu werden. Andererseits war es, wie andere Kastelle auch, durch gut ausgebaute Straßen mit dem Limes verbunden, um rasch auf germanische Angriffe reagieren zu koennen.

In der Naehe der Kastelle, in denen nicht immer auch die Familien der Legionaere und Offiziere sowie Handwerker und Bedienstete Platz fanden, entstanden Siedlungen. Diese vicus genannten Siedlungen roemischen Ursprungs waren vielfach der Grundstock so mancher heutiger Staedte und Doerfer. So hießen in der Roemerzeit Bingen am Rhein „Bingium“, Regensburg an der Donau „Castra Regina“ oder das schwaebische oehringen „vicus Aurelianus“. An die roemische Vergangenheit erinnern in diesen Staedten heute noch Reste der Bebauung. So koennen in Weißenburg (Birciana) unweit des Raetischen Limes sehr gut erhaltene roemische Thermen bewundert werden

Der Limes „bricht“ ...

Als im 3. Jh. n. Chr. die Krise des Roemischen Reiches einsetzte, veraenderte sich auch am Limes die Situation grundlegend. Die germanischen Staemme, auch die, die in der Tiefe des mitteleuropaeischen Raumes weit hinter dem Limes lebten, erkannten bald die zunehmende Schwaeche Roms. Die Markomannen, Hermunduren, Alamannen – oder wie die Staemme der Germanen alle noch hießen – gerieten in Bewegung und laeuteten den Untergang des Limes ein. Mitte des 3. Jh. n. Chr. durchbrachen die Alamannen auf der gesamten Strecke zwischen Rhein und Donau die Befestigungsanlagen und setzten sich westlich des Limes fest. Noerdlich davon, zwischen Lahn und Sieg, dringen die Franken ueber den Rhein und greifen roemische Staedte an, pluendern und zerstoeren sie.

Der Hadrianswall

Dem Hadrianswall war ein aehnliches Schicksal beschieden wie dem obergermanisch-raetischen Limes. Der Grenzwall wurde Anfang des 2. Jh. n. Chr. nach sechsjaehriger Bauzeit nahezu gleichzeitig mit dem Limes errichtet. Er sollte die roemische Provinz Britannia gegen den Einfall schottischer Staemme absichern, diente also der Friedenssicherung an der aeußerste Nordgrenze des Roemischen Reichs. Sein Erbauer war auch der Erbauer der anderen Anlagen an den Grenzen Roms, der roemische Kaiser HADRIAN (76–138 n. Chr.). Der Hadrianswall erstreckte sich an der schmalsten Stelle der Insel Britannien zwischen Irischer See und Nordsee. Im oestlichen Teil besteht er aus einer 4,5 m hohen Steinmauer, im Westteil aus einem Erdwall. Ein Grabensystem gewaehrte zusaetzlichen Schutz. Insgesamt 320 Wachtuerme, 17 Kastelle und etwa 80 Tore vervollstaendigen die Grenzbefestigung. Die Grenzbefestigung zog sich ueber 120 Kilometer durch das noerdliche England, und sie hielt mit einer kurzen Unterbrechung zweieinhalb Jahrhunderte dem Ansturm der Germanen stand. Erst mit dem Untergang des Roemischen Reiches verlor auch sie ihre Funktion.