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    Ein Beispiel fuer Roemische Hafen zivil und militaerisch
  • Roemisches Forum
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Feldforschung - Welche Technologien werden in der Archaeologie eingesetzt?

Denkt man an Archaeologie, so hat man meistens einen aelteren Gelehrten im Tweed- Anzug vor Augen, der mit Pinsel und Lupe ueber alte Inschriften feudelt und nach kurzem Nachdenken in einer Art „Heureka-Moment“ ganz alleine den Fundort herausfindet.

Zugegeben, Archaeologie klingt tatsaechlich nicht wirklich nach Hightech, aber diese alte Wissenschaft arbeitet weit moderner, als man auf den ersten Blick vermuten wuerde. Tatsaechlich erforschen Archaeologen die Vergangenheit nicht nur mit Schaufel und Kelle, sondern bedienen sich hochmoderner Technik. Seien es nun aemter fuer Boden- und Denkmalpflege, archaeologische Grabungsfirmen oder Museen. Eines haben sie gemeinsam: die Vergangenheit mit Hightech erforschen und konservieren.

Archaeologen fuehlen sich schon laengst heimisch in der digitalen Welt: Mittels Geographischer Informationssysteme (GIS) werden Fundorte kartiert, durch digitale Vermessung entstehen 3D-Modelle von Gebaeuden oder Gegenstaenden, Freilichtmuseen bekommen durch Virtual Reality neue Moeglichkeiten der Visualisierung, Drohnen erfassen in Luftbildern ganze Fundlandschaften und durch Geomagnetik koennen Archaeologen in den Boden sehen, ohne ausgraben zu muessen./

Datenbanken – Dokumentation als oberstes Ziel

Die Dokumentation ist das oberste Ziel der Altertumskunde und dabei faellt eine erhebliche Masse an Daten an. Diese Daten muessen durch den Einsatz von Datenbanken erfasst werden. Noch sieht es in diesem Bereich sehr uneinheitlich aus, da jede Universitaet, jedes Amt und jede Grabungsfirma eigene Datenbanken verwendet, sodass ein Vergleich verschiedener Daten schwer faellt, beziehungsweise unmoeglich ist.
Vorreiter ist in Deutschland das Landesamt fuer Bodendenkmalpflege Baden-Wuerttemberg, das die sogenannte ADABWeb eingefuehrt hat. Dabei handelt es sich um eine einheitliche Datenbank, die fuer das ganze Bundesland verwendet wird. Sie erfasst alle wichtigen Daten:
Beschreibung der Fundstelle, Funde und Befunde, Fotos, Zeichnungen, Luftbilder, Satellitenbilder und topografische Karten. Zugriff auf die ADABWeb haben momentan nur Behoerden, die auf die Daten angewiesen sind, wie beispielsweise Baubehoerden und Universitaeten weltweit. Aber auch Bauherren, die sich informieren wollen, ob eine Fundstelle in einem geplanten Baugebiet vorliegt oder wahrscheinlich ist, koennen sich hier schlau machen.
Die Datenbank wird Europaweit zur Verfuegung gestellt, aber bisher wird sie nur in Baden-Wuerttemberg und Niedersachsen verwendet. Eine deutschlandweite Befunddatenbank haette den Vorteil der Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit. Doch davon sind wir leider noch weit entfernt und jedes Bundesland hat seine eigenen Dokumentationsstandards, was den Vergleich sehr umstaendlich macht. In Großbritanien hingegen, gibt es schon seit geraumer Zeit eine einheitliche Befunddatenbank inkl. Australien, Neuseeland, Canada etc.

AutoCAD und Geographische Informationssysteme – Fundplaetze schneller ermitteln

Waehrend frueher auf Grabungen die Befunde haendisch im Maßstab 1:20 gezeichnet wurden, wird schon seit laengerer Zeit digital 1:1 vermessen. Die Messergebnisse von verschiedenen gaengigen Messgeraeten (wie mit einem Tachymeter) werden sofort in digitale Plaene (AutoCAD) umgesetzt.
In der Nachbereitung wird dieser Plan mit vielen Informationen angereichert, die dann fuer Forschungszwecke abgefragt werden koennen (beispielsweise mit der Datenbanksprache SQL). So koennte ich fragen: „Zeige mir alle Siedlungen der Roemische Republik im Großraum Koeln, die ueber 115m ueber NHN liegen und nicht weiter als 200m von Huegelgraebern entfernt liegen.“
Nimmt man zur tachymetrischen Befundaufnahme noch die Fotogrammetrie hinzu, entstehen wirklichkeitsgetreue Modelle der Fundstelle. Durch Fotogrammetrie kann man entzerrte Fotos im Maßstab 1:1 in den digitalen Plan einfuegen. Zwar wird der Befund durch die Ausgrabung zerstoert, aber durch die digitale Dokumentation ist er fuer kuenftige Generationen trotzdem noch nachvollziehbar.

3D-Dokumentation – Objekte zugaenglich machen

Nicht nur die Fundstellen werden digital dokumentiert, sondern auch kleine Objekte, wie die Funde selbst. Dies koennen Scherben, Gefaeße, Waffen, Schmuck sein. Frueher geschah dies klassisch per Zeichnung und Fotografie. Heute kommen 3D-Laserscanner zum Einsatz, die diese kleinen Objekte fuer die Zukunft dauerhaft digital konservieren und zugleich Forschern ueberall auf der Welt virtuell zugaenglich machen.

Luftbilder – der große ueberblick aus der Vogelperspektive

Den Zusammenhang einer groeßeren Fundstelle sieht man am besten aus der Vogelperspektive. Abgesehen von Fotos und Plaenen koennen nur Luftbilder dem Betrachter einen ueberblick ueber ein großes Areal oder enorme Gebaeudekomplexe ermoeglichen. Durch die senkrechte Aufnahmeposition der Sonde laesst sich das Luftbild dann einfach in den CAD-Plan integrieren und ergaenzt ihn somit um wertvolle Informationen. Es werden aber nicht nur Aufnahmen von normalen Flugobjekten, wie Drohnen oder Flugzeugen, verwendet, sondern auch solche, die von Satelliten erstellt wurden. Diese Technologie ermoeglicht digitale Gelaendemodelle. ueber solche Fotos lassen sich beispielsweise antike Wasserkanaele, Straßen oder Siedlungshuegel erkunden, die von der Erde aus unsichtbar geblieben waeren.

Geomagnetik – Verborgenes sichtbar machen

Eine andere Methode, um obertaegig unsichtbare Fundstellen wieder sichtbar zu machen, ist die Geomagnetik. Diese Technologie kommt oft im Vorfeld der eigentlichen Grabung ins Spiel und zeigt durch Messungen physikalischer Eigenschaften im Boden verborgene Strukturen. So koennen zerstoerungsfrei erste Einblicke in diese Strukturen erhalten und die Grabung besser geplant werden. Aber auch fuer Bauherren ist dies eine kostenguenstige Methode, um Klarheit darueber zu erlangen ob eine Fundstelle vorliegt und wie groß der Umfang einer moeglichen Grabung waere..